Höchste Gipfel
Das Mount-Kenya-Massiv, das etwa 90 km lang und 55 km breit ist, besteht in seinem Zentrum, das von Nord nach Süd etwa 10 km lang und von Ost nach West etwa 15 km breit ist, zumeist aus spitzzackigen Gipfeln, die majestätisch über der Landschaft von Zentral-Kenia thronen. Das Massiv hat mit Batian (5.199 m ü. NN, Nelion (5.189 m) und Lenana (4.985 m) drei Hauptgipfel, welche die Namen wichtiger Massai-Häuptlinge tragen. Nahezu alle Gipfel des Zentralmassivs liegen oberhalb der Schneegrenze; wie bereits erwähnt, sind die Regionen, die zwischen den höchsten Gipfeln des Massivs liegen, stark vergletschert. (Foto: R. Zwart december 2005)Nahe beieinander liegende Berge und Berggipfel in der zentralen Hochgebirgsregion:
- Batian (5.199 m)
- Nelion (5.189 m)
- Lenana (4.985 m)
- Pigott (4.958 m)
- Top Hut (4.790 m)
- Tereri (4.715 m)
- Sendeyo (4.705 m)
- Midget (4.701 m)
- Minte’s Hut (4.297 m)
Bergsteigen
Das Mount-Kenya-Massiv kann als besucherfreundlicher Gebirgszug betrachtet werden: Einerseits führen zahlreiche Straßen aus allen Himmelsrichtungen bis auf etwa 3.000 m Höhe an das Massiv heran, so dass eine Bergtour mit gewissen Höhenvorsprung angegangen werden kann. Andererseits beginnen im Tal etwa 30 verschiedene Wege, die zuerst durch den wunderschönen afroalpinen Regenwald führen, um in den höheren Regionen nach und nach zusammen zu treffen. Es gibt leichte und schwere Aufstiegsrouten. Auch sonst ist die Bergwelt gut touristisch erschlossen, so dass es in seiner unmittelbaren Umgebung mehrere Camps und Lodges gibt, in denen man übernachten kann. Dort kann man sich akklimatisieren, um eine „Expedition“ in das Zentrum des Massivs anzugehen.
Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit (siehe hierzu und zu Reisezeit unter „Klima“) und der tropischen Hitze, die vor allem in den tieferen und mittleren Gebirgsregionen dominieren, und der Kälte auf den Gipfeln ist eine Ersteigung der Bergwelt ein recht anstrengendes Unterfangen: Inklusive Akklimatisation sollten dafür etwa fünf bis sieben Tage eingeplant werden. Um nach dieser Eingewöhnung die Höhenkrankheit zu vermeiden, sollten pro Tag bzw. Etappe nur geringe Höhenmeter überwunden werden: Wenn das Wetter mitspielt und der Untergrund eine recht schnelle Ersteigung zulässt, kann die Gipfelregion inklusive Rückkehr innerhalb von zwei bis drei Tagen bezwungen werden.
Bei klarem Wetter reicht der Blick von den verschiedensten Gipfeln in die fruchtbaren Ebenen, die das Gebirgsmassiv umgeben, oder bis in die weiten Trockensavannen und Wüsten, die sich in der Umgebung - vor allem weiter nördlich - anschließen.
Eine Ersteigung der höchsten Gipfel ist schwieriger als die des um 696 m höheren Kilimandscharos. Ortsansässige Führer helfen dabei, die Wege und Pfade zu überwinden und die hiesigen Träger stehen für den Transport der Ausrüstung zur Verfügung. Kletterpfade und -stiege führen bis auf die beiden höchsten Gipfel (Batian und Nelion), die nur von Bergsteigern mit der diesbezüglich erforderlichen Kondition sowie geeigneter Hochgebirgsausrüstung und -erfahrung erklommen werden sollten, weil dabei auch Gletscherfelder und Felswände zu überwinden sind. Sie können auf verschiedenen Routen und Schwierigkeitsstufen von III bis VII bestiegen werden.
Wanderern mit guter Kondition und geeigneter Ausrüstung [unter anderem wetterfeste Hochgebirgskleidung, Rucksack, Wanderschuhe, vitaminreiche Verpflegung, ausreichend Wasser, Land- und Wanderkarten, Schlafsack, Zelt, Geld (für Bezahlung der evtl. Führer, Träger und Nationalpark-Eintritt)] können den Aufstieg zum dritthöchsten Gipfel (Lenana) wagen, denn auf dem Weg dorthin sind zwar steile Wege und Schneefelder zu ersteigen, nicht aber Felswände und Gletscher. Technisch gesehen ist dies nicht mehr als eine anstrengende, mehrtägige Hochgebirgstour. Dennoch sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, das alljährlich viele Unfälle - auch tödliche - geschehen, denn das Massiv hat seine Tücken; viele Bergsteiger und Wanderer überschätzen ihre Fähigkeiten.
Für die Klettertouren muss man keinesfalls aus Europa vorbuchen. Man kann jederzeit eine der zahlreichen – auch kleineren – Firmen vor Ort aufsuchen und direkt buchen (z. B. in Nanyuki. Alle größeren Hotels bieten direkte Buchungsmöglichkeiten, z. B. das Sportsman’s arms in Nanyuki. Zimmerpreise etwa 40 €. Wenn die britische Armee allerdings gerade wieder einmal das Hotel und die Stadt erobert, kann es empfindlich laut werden. Vor-Ort-buchen kann bis um die Hälfte billiger werden, also um die 70 € pro Tag incl. allem (d. h. Führer, Träger, Essen, Transport zum Parkeingang bzw. zur Met-Station o. ä., Hüttenübernachtung und Essenszubereitung am Berg). Hinzu kommt lediglich der Parkeintritt. Teurer und touristischer, aber rundum bestens versorgt und mit Mietmöglichkeiten auch bis zum letzten Schal, bietet sich z. B. die Naro Moru River Lodge im gleichnamigen Ort auf der Westseite des Berges an. Und wer es mal ganz feudal möchte, bucht sich im nah gelegenen Mount Kenya Safari Club ein. Es gibt dort aber auch die Möglichkeit, mit einer preiswerten „daily membership“ nur im Pools zu planschen und köstlich zu speisen.
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