Ein ganz normaler Sonntag in Mtwapa











Sonntagnachmittag, um 14.30 Uhr in Mtwapa.
Wir saßen auf der Terrasse der Gaststätte “Igelnest”, als es plötzlich einen dumpfen Knall gab und die elektrische Überlandleitung sich schlagartig spannte und bedrohlich vibrierte. Meine Freundin war mit einem mächtigen Satz in Deckung gegangen und erklärte mir später, dass es bei ähnlichen Zwischenfällen, mit Stromleitungen, schon zu schweren Bränden gekommen ist. Ganz nebenbei, das ist zum Glück nicht passiert.
Mtwapa hat keine Feuerwehr. Die müsste erst aus Mombasa kommen und das hätte, mit Sicherheit,
eine Stunde gedauert. Dass, bei ihrem Eintreffen, von der Holzkonstruktion und dem Makutidach nichts mehr übrig gewesen wäre, kann sich jeder vorstellen.

Was war psssiert?
Die Schwester des Unfallfahrers hatte ihrem Bruder, der nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, das Autofahren beibringen wollen. Statt es, wenn schon, dann auf einem abgelegenen Weg zu tun, musste es diese belebte Strasse sein. Der Bruder hat die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und knallte gegen, den nun schräg in der Landschaft stehenden, Strommast.

Stieg aus, kümmerte sich weder um das Fahrzeug, noch um den Mast und ging einkaufen. Ein ganz typisches Verhalten, was der Film “Die weisse Massai” in ähnlicher Form schildert. (Der Film ist ein Muss für jeden Kenya - Reisenden)
Dem Wagen war anzusehen, dass er ähnliche Erlebnisse schon häufiger hatte.
Wieder am Fahrzeug zurück, hat der Fahrer drei, viermal am Blech gezogen und ist dann weiter gefahren. Der ganz normale Wahnsinn, bei dem er sicher auch keinen Gedanken daran verschwendet hat, dass hier ebenso gut hätten Kinder stehen können. Das Fahrzeug hat garantiert ein Weisser bezahlt, der mit seinem Geld nichts besseres anzufangen wusste. Wenn uns so etwas passiert, sind wir tot unglücklich und ärgern uns gewaltig über den Schaden. Die aber nicht, haben sie doch für dieses viele Geld, das so ein Auto kostet, nicht gearbeitet und gespart.
Letzteres kann ohnehin kaum er Kenyaner. Geld, das sie in den Fingern haben muss, so schnell als möglich, unter die Leute gebracht werden.
Sie können ihrer Freundin 300 Euro im Monat geben oder 3.000, das bleibt sich gleich. Es reicht nie bis zum des Monatsende. Für uns teure und schwer erarbeitete Gegenstände, werden einfach nicht in genügendem Masse geachtet und gepflegt. Sie sollten bei allem, was sie Ihrer kenyatischen Freundin kaufen beachten, dass sie zwar alles haben wollen, es aber nicht wirklich brauchen und letztlich in
irgendeinem Gebrauchtwarenladen zu Geld machen.
Jede von Ihnen gemachte Anschaffung hat für die Frau zwei, wichtige, Gesichtspunkte. Zum Einen, Sie
heben für alle Freunde und Nachbarn sichtbar, den Lebensstandart. Zum anderen, erzeugen Sie eine Finanzreserve.
Wenn Sie nicht mehr im Lande sind und das Geld aus irgendeinem Grunde nicht mehr reicht, werden die Sachen, oft für unverhältnismäßig wenig Geld verkauft. Nicht selten, dient der Erlös einem bunten Abend in der nächsten Bar.

Share and Enjoy: Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • bodytext
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google

Leave a Reply

hjhjdjfdjggdj