Bevölkerung


Große Volksgruppen


Kenia nimmt mit etwa 36,7 Millionen Einwohnern (2006) Rang 36 unter allen Ländern der Erde ein. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 49 Jahren.
Das Land wird von ca. 40 verschiedenen Kulturen bevölkert. Die meisten Einwohner sind Angehörige von Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba, Kisii), wobei die Kikuyu mit ca. 22 % die größte Ethnie Kenias darstellen. Weiterhin gibt es einige nilotische und hamito-nilotische (Kalenjin, Luo, Massai, Iteso) sowie kleinere ethnische Gruppen wie die el-Molo, Njemps und Rendille, die der ursprünglichen Einwohnergruppe der Kuschiten angehören. Die el-Molo am Turkanasee z. B. haben kaum noch 1.000 Angehörige und vermischen sich so mit den umliegenden Ethnien, dass sie wohl aussterben werden. Der Nordosten des Landes wird überwiegend von Somali bewohnt.

Völker, Sprachen und Dialekte

Die wichtigsten Sprachen von insgesamt 52 Volksgruppen (die Linguisten führen ganz genau 61 Sprachvarianten inkl. indischer Dialekte auf):

  • Englisch ist eine der beiden offiziellen Amtssprachen Kenias und besonders durch den Gebrauch als Schulunterrichtssprache weit verbreitet.
  • Suaheli (oder Kisuaheli, Swahili) ist die zweite Amtssprache Kenias; es wird an der Küste um Mombasa z. B. bei den Giriamas gesprochen. Gleichzeitig ist Kisuaheli die lingua franca Ostafrikas. In Kenia ist es die vor allem auf dem Land am meisten gesprochene Sprache. Die bekanntesten Wörter aus dem Kisuaheli sind bei uns wohl jambo (Gruß), safari (Reise), simba (Löwe) oder hakuna matata (kein Problem). Auch malaika (Engel) - ein kenianischer Popsong - dürfte z. B. durch Miriam Makebas Song bekannt sein.
  • Kikuyu: Sprache der größten Volksgruppe, um Nairobi (41 Prozent); berühmte Kikuyus: Jomo Kenyatta, Mwai Kibaki, Wangari Muta Maathai und Ngugi wa Thiong’o.
  • Kamba: dem Kikuyu verwandt, wird von 11 Prozent der Bevölkerung östlich des Mount Kenya gesprochen.
  • Luhya: Sprache der gleichnamigen zweitgrößten Volksgruppe (14 Prozent) im Westen um Kakamega (Provinzhauptstadt) umfassend aus mehreren Sprachen z. B. Bukusu, Maragoli, Tiriki.
  • Luo: Die Sprache der drittgrößten Ethnie (13 Prozent), wird am Viktoriasee um Kisumu gesprochen. Berühmte Luos: Jael Mbogo, Oginga Odinga und Tom Mboya.
  • Kalenjin: Ist eine mehrere Sprachen umfassende Sprachgruppe (11 Prozent), z. B. Pökoot oder das Tugen, die Sprache der Ethnie, aus der der zweite Präsident Daniel arap Moi entstammt. Die meisten der kenianischen „Wunderläufer“ sind Kalenjin, besonders aus der Ethnie der Nandis.
  • Turkana: Sprache der Turkana-Ethnie; ca. 340.000 Sprecher.
  • Die Sprache der Maas(s)ai und verwandter Völker wie die Samburu oder Njemps ist das Maa.
  • Indische Dialekte der „Asians“ genannten Inder im Land.
  • Sheng ist die aktuelle Jugendsprache.
  • Ki-Settler ist die auf Kisuaheli basierende lingua franca der weißen Kolonialherren mit ihren Bediensteten, ähnlich dem Fanakalo in Südafrika oder dem Chilapalapa im kolonialen Rhodesien. Die Vorsilbe ki steht in den Bantusprachen für „Sprache“, heißt hier also: „Sprache der Siedler“ (was aber nicht für Kikuyu gilt).


Religion

Über 70 Prozent der Bevölkerung sind Christen: (davon 51 Prozent Anhänger der über 200 verschiedenen afrikanischen Kirchen und Protestanten. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken). 2005 zählte man ferner knapp 20.000 Zeugen Jehovas im Land. Und mit 105.000 Mitgliedern hat Kenia die größte Quäker-Gemeinde der Welt (Noch vor USA und GB). Mindestens 10 Prozent der Kenianer werden den traditionellen afrikanischen Religionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste über 20 Prozent Muslime der sunnitischen Richtung.



Beschneidung

2002 wurde in Kenia mit dem “Childrens Act” eine moderne Kinderschutzgesetzgebung verankert. Hiernach ist die Genitalbeschneidung an unter 16-Jährigen gesetzlich verboten und wird in Artikel 14 unter Strafe gestellt. Es ist nicht bekannt, ob dieser Artikel vor Gericht schon einmal zur Anwendung kam.
Die kenianische Regierung hat im Übrigen einen “Nationalen Aktionsplan zur Abschaffung der Genitalbeschneidung von 1999 bis 2019” (also ein Programm gegen die weibliche Genitalverstümmelung) aufgestellt. Dieser Plan deutet schon darauf hin, dass die weibliche Beschneidung - wie sie z. B. wieder von Mungiki praktiziert wird, noch nicht überall erfolgreich verhindert werden kann. Die männliche Beschneidung wird - je nach Ethnie durchaus unterschiedlich - praktiziert.
(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)

Feiertage
1. Januar, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, 1. Juni, 10. und 20. Oktober, 12. Dezember (Unabhängigkeitstag) und Weihnachten.
Ausserdem jährlich wechselnde, islamische Feiertage.

Donaukreuzfahrten

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