HIV weniger verbreitet als bislang angenommen
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sueddeutsche (20.11.2007)
HIV weniger verbreitet, als bislang angenommen
Die Vereinten Nationen haben die Ausbreitung des Aids-Erregers in den letzten Jahren erheblich überschätzt. Das geht aus dem aktuellen UNAIDS-Bericht hervor. Dramatisch sind die Zahlen noch immer.
Von Markus C. Schulte vom Drach
Die Vereinten Nationen haben die Verbreitung des HI-Virus weltweit überschätzt. Das geht aus einem Bericht von UNAIDS hervor, der UN-Behörde, die für den Kampf gegen Aids verantwortlich ist.
Demnach sind derzeit 33,2 Millionen Menschen infiziert - mehr als sechs Millionen weniger als bislang angenommen. Auch die Annahmen zum Verlauf der Seuche haben die UN-Experten revidiert.
So liegt die Zahl der Neuinfektionen dieses Jahr bei 2,5 Millionen. Das sind 40 Prozent weniger als die UN noch letztes Jahr angegeben hatten. Korrigiert werden mussten auch ältere Schätzungen. So war UNAIDS 2002 von 42 Millionen HIV-Infizierten ausgegangen. Tatsächlich waren es jedoch 30 Millionen.
Und die höchste Zahl von Neuinfektionen mit HIV wurde mit drei Millionen Fällen bereits Ende der neunziger Jahre beobachtet. Seitdem infiziert das Virus jedes Jahr weniger Menschen.
Dramatisch sind die aktuellen Zahlen trotzdem noch: Allein dieses Jahr sind 2,1 Millionen Patienten gestorben - das sind 5700 täglich. Und obwohl die Häufigkeit der Neuinfektionen zurückgeht, wächst die Zahl der Infizierten durch die höheren Überlebenschancen aufgrund der inzwischen verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.
Ungeeignete Methoden
Unter Wissenschaftlern waren die Methoden der UN-Behörde und die mit den überhöhten Schätzungen gerechtfertigte Vorgehensweise gegen die Seuche bereits seit Jahren umstritten. So erklärte etwa Daniel Halperin von der Harvard School of Public Health der New York Times, die neuen Zahlen seien keine Überraschung. (weiterlesen)
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