Mugabe lehnt Einheitsregierung wie in Kenia ab

Afrika - Kenia - Nairobi - Mombasa - Diani Beach
Reuters Deutschland (Dienstag, den 01. Juli 2008 - 16:12 Uhr)
Simbabwe lehnt Einheitsregierung nach Vorbild Kenias ab

Scharm el-Scheich (Reuters) - Simbabwes Machthaber Robert Mugabe hat Forderungen nach einer Einheitsregierung wie in Kenia eine Abfuhr erteilt.

“Kenia ist Kenia. Simbabwe ist Simbabwe”, sagte ein Sprecher Mugabes am Dienstag am Rande des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union im ägyptischen Scharm el-Scheich und verbat sich jede Einmischung von außen. In einer Zeitung hatte es zuvor geheißen, Südafrika stehe als Vermittler kurz davor, Regierung und Opposition von einer Machtteilung zu überzeugen. Beobachter erwarteten, dass auch die AU in ihrer Abschlusserklärung zu Gesprächen zwischen den Konfliktparteien aufruft. Mit einer Verurteilung der umstrittenen Wahlen in dem südafrikanischen Land und deutlicher Kritik an Mugabe wurde dagegen nicht mehr gerechnet.

“Wir haben unsere eigene Geschichte für den Aufbau eines Dialogs und werden den simbabwischen Weg einschlagen, um aus der politischen Sackgasse zu gelangen”, sagte Mugabes Sprecher George Charamba weiter. An die westlichen Staaten gerichtet, fügte er an: “Die können zur Hölle fahren!” Der Westen habe kein Recht, sich in die simbabwische Politik einzumischen und einen Rücktritt Mugabes zu fordern, da der Präsident von den Wählern gerade erst ein klares Mandat erhalten habe.

Mugabe war am Sonntag für weitere fünf Jahre vereidigt worden, nachdem er zwei Tage zuvor als einziger Kandidat zur Stichwahl um das Präsidentenamt angetreten war und nach offiziellen Angaben mehr als 85 Prozent der Stimmen bekommen hatte. Die US-Regierung und die europäischen Staaten sprechen dem 84-Jährigen vor diesem Hintergrund jede Legitimität als Staatsoberhaupt ab und verweisen darauf, dass sich Oppositionschef Morgan Tsvangirai aus Protest gegen die Verfolgung seiner Anhänger aus dem Rennen zurückgezogen hatte. Im ersten Wahlgang im März waren auf Tsvangirai noch deutlich mehr Stimmen entfallen als auf Mugabe. Damals hatte die Auszählung der Stimmen fünf Wochen gedauert. (mehr lesen)
Quelle: reuters.com

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