Rotkäppchen und der Großvater

Oder: Wie alte Märchen in Kenya mit neuem Leben erfüllt werden.

Es war einmal ein Großvater, den der liebe Gott schon weit über siebzig Jahre auf seiner wahrhaft wunderbaren(lichen) Welt belassen hatte.
Dieser Großvater, saß in seinem wie er, stark in die Jahre gekommenen alten Gemäuer in Germany, als ihm das Märchen vom Rotkäppchen einfiel.

Der Großvater im 21. Jahrhundert musste zur Märchensuche nicht, wie die Gebrüder Grimm, zum Volk gehen. Er hatte es, dank Google und Loveportal, schon viel einfacher. Nach einigen Stunden Internet stellte er fest, dass Märchen, welches ihm vor langer Zeit seine Großmutter erzählt hatte, muss tatsächlich war sein.

Rotkäppchen ist schwarz und lebt da wo, wie Forscher herausgefunden haben wollen, die Wiege der Menschheit stand, in Kenya.
Das Märchen kann doch nur eine wahre Geschichte sein, wenn Rotkäppchen immer noch neben der Menschheitswiege steht, dachte sich der Großvater und nahm Kontakt auf.
Angesichts der, gerade mal 20 Jahre jungen Frau, mit den üppigen Kurven, war schnell vergessen, dass sich die Brüder Grimm in der Hautfarbe geirrt haben müssen.
Tatsächlich versprach Rotkäppchen dem Großvater schon in der zweiten Mail, die Erfüllung aller märchenhaften Wünsche. Im elektronischen Zeitalter merkt auch keiner so schnell, dass Rotkäppchen beim Wiege hüten, vergessen hatte, vernünftig englisch, die Amtssprache ihres Landes, zu lernen. Dafür hat man heute, eine gute Fee am PC.
Völlig außer sich vor Freude, auf seine alten Tage, die Entdeckung gemacht zu haben, dass Märchen doch wahr sind, flog Großvater nun nach Afrika.

Dort angekommen traute er seinen Augen nicht. Rotkäppchen, war die einzige junge Frau in Kenya, die ihre Unschuld behalten hatte. Jedenfalls fasst, wenn man von der deutlich hervortretenden Schwangerschaft einmal absieht. Was kann schließlich das arme Kind dafür, dass der eigene Großvater ihr nie die Geschichte vom bösen Wolf erzählt hatte.

Um das und einiges andere nachzuholen, war ja jetzt der heiß verliebte Großvater aus dem fernen Germany eingeflogen.

Es ist nicht einfach, das Unschuldswunder in Kenya zu finden.
So gesehen, war Großvater stolz, das einzige Girl in einem Urlaubergebiet gefunden zu haben, dass sich nicht nächtelang in Discos rum treibt und nach sexlüsternen schwarzen oder weißen Männern Ausschau hält. Kein Bier trinkt und abgesehen von dem kleinen Ausrutscher, der schließlich auch dem unschuldigsten Lamm passieren kann, völlig unerfahren und weltfremd geblieben ist.
Für mache Weiße bleibt es, scheinbar, für immer ein Geheimnis, warum so viele junge Mädchen aus dem Busch in die Urlauberregionen ziehen.

Großvater hatte in seinen jüngeren Jahren viel über Suggestion und vor allem Manipulation von Menschen gelernt, was ihn nun zur wahren Größe auffahren ließ.
Rotkäppchen indes hatte mit ihrer Schwangerschaft zu tun und war ganz froh, mehr als ein Wellblechdach über dem Kopf zu haben.

Nicht lange und die Zeit war gekommen, zurück nach Germany zu fliegen, wollte der Großvater nicht riskieren, dass dort sein altes Gemäuer völlig zerfiel. Damit war es nun auch an der Zeit, dem ungebildeten Rotkäppchen in Kenya, die Geschichte vom bösen Wolf zu erzählen.

Ganz erstaunt musste Rotkäppchen, vom alten Mann zu Kenntnis nehmen, dass der wesendlich jüngere Nachbar der böse Wolf ist, der einen sehr, sehr schlechten Charakter hat. Sie war umso mehr erstaunt, hatte sie doch bis zu dieser Minute ganz andere Erfahrungen mit ihrem Nachbarn gemacht.

Am anderen Morgen verließ der alte Mann, stolz darüber, erfolgreich den Nährboden für viel Unheil geschaffen zu haben, das Haus und Kenya. Aber nicht, ohne dem Rotkäppchen zu versichern, dass er einen heißen Draht zum bösen Wolf hat, der ihm alles berichten würde, was von Stunde an im Haus passiert.
Das war der Schock, der ihr noch gefehlt hatte. Also befolgte sie genau, was ihr der weißhaarige Greis aufgetragen hatte. Um ein besonders folgsames Kind zu sein setzte sie, von blindem Ehrgeiz getrieben, da immer noch einen drauf. (Aber, das ist schon wieder eine andere Geschichte)

Der Großvater hatte wohl seiner eigenen Großmutter, vor Urzeiten, nie richtig zugehört, sonst wüsste er, dass die Welt voller böser Wölfe ist und sein Rotkäppchen nun doch schutzlos ihren eigenen Gefühlen und den anderen Bösewichten ausgeliefert ist.

Ich erinnere mich heute noch der Worte meiner Großmutter: „Junge, Du hörst mir nie richtig zu“

Für Rotkäppchen begann eine Zeit voller Hindernisse.
Ihren Liebhaber und Vater des Kindes ins Haus zu holen, kam natürlich nicht in Frage. Das hätte der alte Mann in Germany sicher nicht gewollt. Sie befolgte die Anweisung, keinen fremden Mann ins Haus zu bringen, ganz genau und ging von nun an täglich, für viele Stunden, aus dem Haus.

Dem vier Monate alten Baby gefiel das überhaupt nicht und es schrie, alle Tage, lange Zeit nach der Mutter. Ob die wohl in Abwandlung der Worte aus „The History of the Saracens“ dachte? „Lasst es, seine Schreie sind nur Wehklagen seiner Vorahnung über sein Märtyrium.“

Voller Glück stellte das Baby täglich fest, dass sich seine Mutter am späten Nachmittag, doch seiner erinnern konnte und ahnte dabei nichts von dem, was später kommen würde.

Gegen 20.00 Uhr, auf Mamas Bauch geschnallt, ging es in die dunkle Nacht, ab zur ärmlichen Behausung vom Papa und nicht in das bequeme, häusliche, Kinderbettchen.

Was wäre dem Baby wohl noch alles passiert, hätte der böseste aller Wölfe, nicht eine Woche später Kenya verlassen?

Nächster Artikel: “Der Weiße geht, der Schwarze kommt” (in Arbeit)

Share and Enjoy: Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • bodytext
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google

Leave a Reply

hjhjdjfdjggdj